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Sonntag, 15. März 2026 Mediadaten
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Kreis Höxter (TKu). Auf einen Kaffee mit...Uwe Hütte vom Crash-Kurs NRW. Uwe Hütte ist der Retter, dessen Geschichte alles andere als leicht ist. Wenn Uwe Hütte darüber spricht, wird schnell klar, wie ernst ihm seine Aufgabe ist. Der 58-Jährige aus Höxter engagiert sich seit 12 Jahren im Verkehrspräventionsprogramm der Polizei „Crash Kurs NRW“ und berichtet dort Jugendlichen von den dramatischen Folgen schwerer Verkehrsunfälle. Sein Ziel: junge Menschen wachrütteln, bevor es zu spät ist. „Unfälle passieren nicht, sie werden verursacht“, sagt Hütte. Dieser Satz ist für ihn nicht nur ein Spruch, sondern eine Überzeugung. Seit 2014 ist Hütte als Referent beim Crash-Kurs dabei. Besonders am Herzen liegt ihm das Thema auch aus persönlichen Gründen. „Ich habe selbst eine Tochter. Deshalb möchte ich Jugendliche für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisieren und sie vor Unfällen bewahren, die eigentlich nicht passieren müssten“, sagt er. Uwe Hütte ist seit 1981 Mitglied der Feuerwehr, die Jahre in der Jugendfeuerwehr mitgerechnet. In all dieser Zeit hat er schon viele Einsätze erlebt, auch solche, die man nicht so schnell vergisst. Beruflich arbeitet er als Konditor in einer Konditorei, doch sein ehrenamtliches Engagement nimmt ebenfalls einen wichtigen Platz in seinem Leben ein.

Beim Crash-Kurs berichtet er aus eigener Erfahrung. Jeder Referent schildert einen realen, tödlichen Verkehrsunfall, den er selbst miterlebt hat. Für Hütte ist das auch nach vielen Jahren noch emotional. „Wenn ich von meinem Unfall erzähle, dann kommt es mir vor, als wenn es gestern gewesen ist“, sagt er. „Man erinnert sich auch nach 17 Jahren noch gut daran.“ Besonders eindrücklich sei es für ihn, wenn er heute an der Stelle vorbeifahre, an der sich der Unfall ereignet hat. Die Bilder kämen dann sofort wieder hoch. Der Crash-Kurs ist ein Verkehrsunfallpräventionsprogramm der Polizei Nordrhein-Westfalen, das vor allem junge Fahrerinnen und Fahrer erreichen soll. Zielgruppe sind in erster Linie Jugendliche und junge Erwachsene zwischen etwa 16 und Anfang 20. Die Veranstaltungen unterscheiden sich bewusst von klassischen Verkehrssicherheitsvorträgen. Statt reiner Belehrung setzt das Programm auf Emotionen und persönliche Geschichten. Neben Feuerwehrleuten berichten auch Polizisten, Rettungsdienstmitarbeiter, Notärzte oder Notfallseelsorger von ihren Erfahrungen. Sie erzählen von Einsätzen, bei denen Menschen schwer verletzt oder getötet wurden, oft junge Menschen. Thematisiert werden dabei laut Hütte die häufigsten Ursachen schwerer Verkehrsunfälle: zu hohe Geschwindigkeit, Alkohol oder Drogen am Steuer, Ablenkung durch das Handy, Unaufmerksamkeit oder nicht angelegte Sicherheitsgurte. „Ein kurzer Film gehört ebenfalls zum Programm. Darin ist ein Discobesucher zu sehen, der nach dem Feiern mit dem Auto losfährt und zu schnell unterwegs ist, eine Szene, die vielen Jugendlichen nur allzu bekannt vorkommt“, sagt Uwe Hütte.

Im Kreis Höxter finden pro Jahr etwa zwölf bis fünfzehn Crash-Kurs-Veranstaltungen an weiterführenden Schulen statt. Mehr als 1500 Schülerinnen und Schüler werden damit jährlich erreicht. Uwe Hütte beteiligt sich dabei meist an ein oder zwei Terminen im Jahr im Kreis Höxter. Gemeinsam mit seinem Team gestaltet er die Veranstaltungen. Dazu gehören ein Moderator, ein Techniker sowie vier Vortragende, je einer aus Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sowie ein Notfallseelsorger. Pro Veranstaltung sitzen häufig bis zu 200 Schülerinnen und Schüler im Publikum. Die Stimmung ist oft still, manchmal sogar bedrückt. Doch genau das ist gewollt: Die jungen Zuhörer sollen verstehen, welche Folgen eine einzige falsche Entscheidung haben kann. Die Vorträge können emotional sehr belastend sein. Manche Jugendliche erinnern sich dabei an eigene Erlebnisse oder an Unfälle im Freundes- oder Familienkreis. Deshalb ist laut Hütte bei jeder Veranstaltung ein PSU-Team (Psychosoziale Unterstützung) vor Ort. Wer merkt, dass ihn die Geschichten besonders stark treffen, kann dort Unterstützung bekommen und Gespräche führen.

Eine Botschaft ist Uwe Hütte besonders wichtig: Jugendliche sollen lernen, Verantwortung zu übernehmen – auch als Mitfahrer. „Angst ist ein schlechter Beifahrer“, sagt er. „Man muss mutig sein und dem Fahrer sagen, dass er langsamer fahren soll oder nichts trinken darf.“ Wenn jemand unter Alkohol oder Drogen stehe oder rücksichtslos fahre, solle man lieber gar nicht erst einsteigen. „Sonst könnte es die letzte Fahrt sein“, warnt Hütte. Seine Empfehlung: Im Zweifel lieber ein Taxi nehmen oder ein paar Minuten später ankommen. „Lieber fünf Minuten zu spät, dafür aber lebend.“ Besonders motivierend für ihn sind die Reaktionen der Jugendlichen. Immer wieder erhält das Team nach den Veranstaltungen Rückmeldungen von Schülerinnen und Schülern oder Lehrkräften. Viele berichten, dass sie danach bewusster über ihr Verhalten im Straßenverkehr nachdenken oder ihre Freunde darauf aufmerksam machen. Für Uwe Hütte ist das der wichtigste Lohn seines Engagements. „Wenn wir auch nur einen dazu bringen, langsamer zu fahren oder das Handy wegzulegen, hat sich die Arbeit schon gelohnt“, sagt er. Denn am Ende geht es um Leben und Tod. Oder, wie es der Leitspruch des Crash-Kurses ausdrückt: Unfälle passieren nicht – sie werden verursacht.

Foto: Thomas Kube

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