Kreis Höxter (red). Mode neu entdecken, Ressourcen schonen und gemeinsam Verantwortung übernehmen: Das Berufskolleg Kreis Höxter wird am Donnerstag, 18. Juni, von 12 Uhr bis 15 Uhr am Standort Höxter zum Treffpunkt für nachhaltigen Konsum und kreative Ideen. Die Schule veranstaltet gemeinsam mit dem Kreis Höxter als Schulträger eine Kleidertauschbörse. Gut erhaltene Kleidung bekommt dabei eine zweite Chance.
Landrat Michael Stickeln: „Solche Projekte sind ein wichtiger Bestandteil unseres Zero-Waste-Konzepts.“
„„Es sind genau solche Projekte wie die Kleidertauschbörse, die ein wichtiger Bestandteil unseres Zero-Waste-Konzepts sind. Unser Ziel ist es, Abfälle von vornherein zu vermeiden und gleichzeitig ein Bewusstsein für nachhaltigen Konsum zu schaffen“, betont Landrat Michael Stickeln. Die Kleidertauschbörse zeige, wie einfach es ist, Kleidung länger im Kreislauf zu halten und so ganz konkret Abfälle zu reduzieren.“ Wer Kleidung tausche statt zu kaufen, trage zudem dazu bei, auf problematische Arbeitsbedingungen in der Textilproduktion aufmerksam zu machen.
„Die Kleidertauschbörse ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie junge Menschen Verantwortung für die Zukunft übernehmen und Nachhaltigkeit ganz konkret mit Leben füllen. Damit setzen die Schülerinnen und Schüler ein weit über den Schulalltag hinaus gehendes Zeichen und zeigen eindrucksvoll, dass bewusster Konsum, modernes Lebensgefühl und verantwortungsvolles Handeln zusammengehören“, stellt der Landrat heraus.
Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs hatten die Idee
„Die Idee zur Umsetzung und Durchführung der Kleidertauschbörse hatten die Schülerinnen und Schüler. Gleichzeitig plante der Kreis Höxter im Rahmen seiner Zero-Waste-Maßnahmen ebenfalls eine Kleidertauschbörse. Aus zwei Ideen wurde ein gemeinsames Projekt“, berichtet Ivonne Meyer, Zero-Waste-Managerin beim Kreis Höxter. „Das Projekt verbindet Nachhaltigkeit mit Gemeinschaft und zeigt, dass Zero Waste ganz praktisch funktionieren kann.“ Wer Kleidung tausche statt kaufe, der verlängere die Lebensdauer von Textilien und trage zum Ressourcen- und Klimaschutz bei.
Konkrete Ideen mit gesellschaftlicher Wirkung
Petra Görtz, Standortleiterin am Berufskolleg in Höxter, betont: „Unsere Schülerinnen und Schüler setzen sich intensiv mit Fragen der Nachhaltigkeit auseinander und entwickeln daraus konkrete Ideen mit gesellschaftlicher Wirkung. Die Kleidertauschbörse zeigt eindrucksvoll, wie Schule Verantwortung übernimmt und Zukunft mitgestaltet.“
Lehrerin Michaela Lücking-Freytag integrierte das Projekt dabei fest in den Schulalltag und ließ damit das Konzept der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) lebendig werden: „Jede Schülerin und jeder Schüler sind im Projekt Teil der Lösung. Wir wollten ein Zeichen für bewussten Konsum und mehr Nachhaltigkeit im Alltag zu setzen.“
Emma Franke, Schülerin am Berufskolleg, freut sich auf den 18. Juni und ist überzeugt: „Gebrauchte Kleidung hat etwas mit Bewusstsein und Stil zu tun. Vintage ist zusätzlich angesagt. In der Kleidertauschbörse gibt es echte Unikate und damit keine Ware von der Stange. Wir wollen zeigen, dass gute Kleidung eine entsprechende Wertschätzung verdient hat.“
Nachhaltiger Konsum ist alltagstauglich und macht Spaß
„Von Jung bis Alt können alle Generationen mitmachen und ihre gut erhaltenen Kleidungsstücke einbringen. Wir freuen uns auf eine gute Resonanz“, sagt Hubertus Abraham, Leiter der Abteilung Abfallwirtschaft und Umweltschutz beim Kreis Höxter. „Mit dem Gemeinschaftsprojekt zeigen das Berufskolleg Kreis Höxter und der Kreis Höxter, dass nachhaltiger Konsum alltagstauglich ist und sogar Spaß und Freude machen kann.“
Fotoausstellung „Schule statt Fabrik – Arbeitende Kinder in Bangladesch“
In Verbindung mit der Kleidertauschbörse startet am Berufskolleg Kreis Höxter in Höxter bereits vom 12. Juni bis zum 28. Juni die thematisch passende Fotoausstellung „Schule statt Fabrik – Arbeitende Kinder in Bangladesch“. „Die Ausstellung macht eindrucksvoll auf die sozialen Folgen globaler Textilproduktion aufmerksam“, berichtet Michaela Lücking-Freytag.
So funktioniert die Kleidertauschbörse:
Kleidungsstücke können bereits einen Tag vor der Kleidertauschbörse, am Mittwoch, 17. Juni, in der Zeit von 13 Uhr bis 16 Uhr am Haupteingang des Berufskollegs Kreis Höxter in Höxter (Im Flor 35) abgegeben werden. Am Aktionstag, Donnerstag, 18. Juni, startet die Abgabe ab 9.15 Uhr. Angenommen werden Kleidungsstücke, Schuhe, Accessoires und Bücher.
Pro Person können bis zu zehn Teile abgegeben werden. Im Gegenzug erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Stempelkarte für die Kleidertauschbörse. Auch ohne Tausch können Kleidungsstücke gegen eine freiwillige Spende erworben werden.
Parkmöglichkeiten sind an der Schule vorhanden, ein barrierefreier Zugang erfolgt über den Lehrerparkplatz.
Für einen reibungslosen Ablauf sorgen die Schülerinnen und Schüler der Schülergenossenschaft. Sie organisieren Aufbau, Sortierung und Betreuung der Stände und bieten zusätzlich einen Kuchenverkauf an.
Unterstützt wird die Veranstaltung durch eine Getränkespende der Firma Getränke Waldhoff.
Infokasten: Der Kreis Höxter auf dem Weg zur „Zero Waste-Region“
Der Kreis Höxter verfolgt mit dem Zero-Waste-Konzept das Ziel, als erster Flächenkreis in Deutschland offiziell zertifizierte Zero-Waste-Region zu werden. Mit der Umsetzung des vom Kreistag beschlossenen Maßnahmenkatalogs hat der Kreis Höxter Anfang 2025 begonnen.
Ziel des Konzepts ist es, Abfälle konsequent zu vermeiden, Ressourcen möglichst lange im Kreislauf zu halten und die Verschwendung von Rohstoffen deutlich zu reduzieren. Konkret umfasst das Zero-Waste-Konzept 25 Maßnahmen für Privathaushalte, Schulen, Unternehmen, der Gastronomie, der Verwaltungen sowie der Vereine und Organisationen. Dazu gehören unter anderem Repair-Cafés, Bildungsprojekte, Mehrweg-Lösungen und Initiativen zur Wiederverwendung von Wertstoffen.
Der Kreis Höxter gehört bereits zu den Regionen mit den niedrigsten Abfallmengen in Nordrhein-Westfalen. Mit dem Zero-Waste-Konzept soll der Weg konsequent weitergeführt und die Kreislaufwirtschaft nachhaltig gestärkt werden. Ziel ist es, die Zertifizierung als Zero-Waste-Region bis zum Jahr 2030 zu erreichen und damit bundesweit eine Vorreiterrolle einzunehmen.
Foto: Kreis Höxter