Brakel (red). In der Kernstadt Brakel beginnt am 07.04.2026 ein umfangreiches Projekt zur ökologischen Aufwertung des Gewässers Siechenbach. Ziel der Maßnahme ist es, Natur, Bildung und Hochwasserschutz miteinander zu verbinden und den Bach langfristig widerstandsfähiger zu machen. Gleichzeitig kommt es während der Bauphase zu erheblichen Verkehrseinschränkungen rund um die Straße „Im Schild“.
Renaturierung stärkt Natur und Hochwasserschutz
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Offenlegung und Renaturierung des Siechenbachs. Dabei wird das Gewässerbett aufgeweitet und teilweise vertieft, Uferbereiche werden naturnah gestaltet und mit standortgerechter Vegetation bepflanzt. Durch das Einbringen von Kiesstrukturen entsteht ein vielfältiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Ziel ist es, die Biodiversität zu fördern, die Wasserqualität zu verbessern und die natürliche Gewässerdynamik zu stärken.
Ein zentrales Anliegen ist zudem der Hochwasserschutz. Durch zusätzliche Retentionsflächen kann sich Wasser bei Starkregen besser ausbreiten. Angrenzende Siedlungsbereiche sollen dadurch entlastet und das Risiko von Überflutungen nachhaltig reduziert werden.
„Die Offenlegung des Siechenbaches ist ein weiterer wichtiger Schritt, um den Hochwasserschutz in Brakel zukunftssicher aufzustellen“, so Bürgermeister Alexander Kleinschmidt. Zudem werde ein naturnaher Lernort für Kinder und Jugendliche geschaffen und das Gewässer, auch mit Blick auf die zukünftigen Generationen, für die Bevölkerung erlebbar gemacht, so der Bürgermeister.
Grünes Klassenzimmer als Lernort im Freien
Parallel zur ökologischen Aufwertung entsteht ein „grünes Klassenzimmer“ direkt am Gewässer. Geplant sind Sitzgelegenheiten aus Naturmaterialien, Aufenthaltsbereiche sowie sichere Zugänge zum Wasser. Schulen, Kitas und weitere Bildungseinrichtungen sollen den Ort künftig als außerschulischen Lernraum nutzen können.
„Mit dem Projekt schaffen wir einen echten Mehrwert für Mensch und Natur. Nicht nur der ökologische Gewässerzustand kann verbessert werden, auch für die Bürgerinnen und Bürger wird das Gewässer künftig erlebbar“, so Ines Koßmann, Fachbereichsleiterin Planen und Bauen.
Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 1,4 Millionen Euro. Etwa 1,1 Millionen Euro werden durch Bundesmittel aus dem Programm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen (NKK)“ gefördert.
Sperrungen und Umleitungen während der Bauzeit
Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich bis Spätherbst 2026 andauern. Während dieser Zeit kommt es zu Einschränkungen im Verkehrsbereich. Der Parkplatz „Im Schild“ sowie der Fußweg zwischen der Straße „Im Schild“ und der „Bahnhofstraße“ werden vollständig gesperrt.
Der Zugang zur Gesamtschule über die Straße „Im Schild“ ist nicht möglich. Eine Umleitung für den Fußverkehr ist ausgeschildert. Verkehrsteilnehmer werden gebeten, das Schulgelände während der Bauzeit über die Straße „Am Bahndamm“ aus Richtung Ostheimer Straße anzufahren. Hintergrund sind zusätzliche Sanierungsarbeiten an der K 50 ab Mai.
Die Stadt Brakel bittet um Verständnis für die entstehenden Beeinträchtigungen.
Foto: Symbolbild